Anfang dieser Saison habe ich mir ein E-MTB gegönnt – macht Laune. Neben dem Fahren fallen natürlich auch ab und zu Wartungsarbeiten an: Antrieb reinigen, Schaltung einstellen, Bremsen kontrollieren etc.

Ein vernünftiger Montageständer musste also her. Allerdings hat mein E-MTB einen Carbonrahmen und eine versenkbare Sattelstütze. Daher sollte es ein Montageständer sein, der komplett ohne Klemmung auskommt, das Fahrrad sicher hält und möglichst unkompliziert aufgebaut ist.

Nach einiger Recherche fand ich nichts Passendes zu einem annehmbaren Preis. Also entschloss ich mich, selbst einen zu konstruieren.

Anforderungen & Material

Folgende Anforderungen sollte der Ständer erfüllen:

  • keine Klemmung
  • Räder, Antrieb und Bremsen frei zugänglich
  • stabil genug, um wirklich daran arbeiten zu können
  • einfache Konstruktion mit überschaubarem Arbeits- und Materialaufwand

Die Konstruktion nutzt Auflagen für den Lenker und die Sitzstrebe und kommt mit einer recht kurzen Materialliste aus:

  • 1 × Kantholz 40 mm × 40 mm × 2000 mm
  • 3 × Brett 120 mm × 25 mm × 2000 mm
  • 28 × Holzschraube
  • ein alter Fahrradschlauch (oder Nadelfilz) zur Polsterung

Zuschnitt & Konstruktion

Für einen möglichst effizienten Materialeinsatz werden die Teile wie folgt zugeschnitten:

  • Brett 1 und 2: jeweils 1200 mm (1, 2) und 800 mm (3, 4)
  • Brett 3: 600 mm (5), 200 mm (6), 45 mm (7) und zweimal 120 × 120 mm als Dreieck (8, 9)
  • Kantholz: halbieren in 2 × 1000 mm (10, 11)

Für die vorderen Stützen werden die beiden 1200-mm-Teile (1, 2) benötigt. Oben werden mit der Stichsäge U-förmige Ausschnitte mit ca. 100 mm Tiefe und ca. 70 mm Breite ausgesägt, in die später der Lenker eingelegt wird.

Die Stützen werden mit einem 200-mm-Querverbinder (6) verbunden, der seitlich verschraubt wird (4 Schrauben). Mit dem gleichen Abstand werden sie anschließend mittig auf dem vorderen 800-mm-Querträger (3) von unten verschraubt (4 Schrauben).

Die U-Ausschnitte werden mit zwei Lagen Fahrradschlauch oder einer Lage Nadelfilz gepolstert. Der Abstand der Stützen und damit die Länge des Querverbinders (6) können bei Bedarf angepasst werden.

Die hintere Stütze für die Sitzstrebe besteht aus dem 600-mm-Teil (5), das mit den beiden 120 × 120 mm großen Dreieckstützen (8, 9) verstärkt wird.

Die hintere Stütze wird auf dem hinteren 800-mm-Querträger (4) von unten verschraubt (2 Schrauben). Dabei sollte sie den gleichen Abstand zum seitlichen Ende des Querträgers haben wie die vordere linke Stütze. Die Dreieckstützen werden von unten (4 Schrauben) und von der Seite (4 Schrauben) verschraubt.

Die Querträger (3, 4) werden anschließend mit 600 mm Abstand (je nach Bike ggf. anpassen) auf die beiden Längsträger (10, 11) geschraubt (8 Schrauben).

Die 45-mm-Sitzstrebenauflage (7) sollte erst zum Schluss auf der passenden Höhe (ca. 120 mm unterhalb der Oberkante) und im richtigen Winkel (ca. 30°) seitlich von außen an der hinteren Stütze verschraubt werden (2 Schrauben).

Dazu den Lenker vorne einhängen, das Hinterrad auf der gewünschten Höhe halten und die Position der Auflage unterhalb der Sitzstrebe an der hinteren Stütze anzeichnen.

Die Auflage wird auf der Oberseite mit zwei Lagen Fahrradschlauch oder einer Lage Nadelfilz gepolstert.

Das Ergebnis sollte dann ungefähr so aussehen:

Fertiger Fahrradmontageständer
E-MTB im selbstgebauten Montageständer

Vor der Verwendung sollten unbedingt die Standfestigkeit des Ständers und der sichere Sitz des Fahrrads geprüft werden. Insbesondere an den Auflagepunkten muss sichergestellt sein, dass das Fahrrad nicht seitlich verrutschen oder aus dem Ständer kippen kann.

Wie geht es weiter?

Der aktuelle Montageständer ist Version 1 – oder vielleicht sogar eher Version 0.1. An der Konstruktion lässt sich sicher noch einiges verbessern. Zwei Ideen habe ich schon:

  1. An der Sitzstrebenauflage würde ich noch eine seitliche Führung anbringen, damit der Hinterbau des Bikes nicht herunterrutschen kann. Durch die Polsterung mit einem alten Fahrradschlauch liegt die Sitzstrebe allerdings auch jetzt schon recht rutschfest auf.
  2. Den Querverbinder zwischen den vorderen Stützen würde ich etwas nach oben versetzen und eine passende Aussparung für das Unterrohr des Fahrradrahmens aussägen und auspolstern. Dann könnte man den Rahmen dort beispielsweise bei Arbeiten am Steuersatz abstützen.

Hinweise:

Die Konstruktionsunterlagen in diesem Beitrag veröffentliche ich unter der CERN Open Hardware Licence Version 2 – Permissive (CERN-OHL-P-2.0). Bei der Konstruktion handelt es sich um ein privates Projekt, das nicht auf Belastbarkeit oder Sicherheit geprüft oder zertifiziert wurde. Nachbau und Verwendung erfolgen auf eigene Verantwortung.

Text mit KI-Unterstützung überarbeitet, Bilder teilweise mit KI generiert oder bearbeitet.